Ziel nicht erreicht – was nun?

The James Caird Party leaving from Elephant Island across the Southern Ocean for South Georgia
 
Vielleicht haben Sie sich gefragt, was aus meinen Plänen, den Neujahrsmarathon in Zürich zu laufen geworden ist. Nun, ich habe etwa eine Woche vor Weihnachten gesundheitliche Probleme bekommen, und konnte nicht trainieren. In anderen Worten, ich fing mir eine Erkältung ein und hatte Probleme mit meiner Leiste. Es gelang mir zwar trotzdem mich bis zum Renntag einigermaßen zu erholen, aber es fehlten einige wichtige Trainingseinheiten. Mich dagegen zu entscheiden fiel mir nicht leicht aber schlussendlich entschloss ich mich gegen die Teilnahme – eine Bauchentscheidung.

Ich bin dann an Sylvester “nur” einen schnellen langen Trainingslauf von 26km gelaufen – immerhin. Wahrscheinlich hätte ich das Rennen sogar gefinished, aber zu welchem Preis? Ich war nicht vollständig erholt, und hatte damit ein relativ hohes Verletzungsrisiko. Zudem hatte ich wie gesagt wichtige Trainingseinheiten in der letzten, der wichtigsten Phase der Marathonvorbereitung verpasst und es wäre sicherlich ein noch größerer Kampf geworden als ein Marathonlauf in meiner Gewichtsklasse ohnehin schon ist. Also habe ich beschlossen, dass ich den Lauf gut laufen und genießen will – schließlich bin ich kein Profi-Sportler und werde wohl nie (naja, ich bin realistisch – aber sag niemals nie …) einen Marathonlauf gewinnen, also gibt es auch keinen Grund seine Gesundheit dafür zu riskieren.

Ob ich es bereue?
Ja, auf jeden Fall. Seit ich vor knapp vier Monaten die Entscheidung getroffen hatte war mein Leben davon bestimmt, dieses Ziel zu erreichen. Training, Ernährung, Prävention von Krankheiten und Verletzungen, eine von der gängigen Praxis abweichende persönliche Rennstrategie finden und vor allem nachdem ich nach dem letzten langen Lauf über 36km die innere Sicherheit gewonnen hatte, eine solch lange Strecke wirklich bewältigen zu können – es war wahrhaftig eine 24/7 Aufgabe.

Bin ich der Meinung ich hätte versagt?
Nein, überhaupt nicht. Sicherlich habe ich mein Ziel nicht erreicht. Aber was ist überhaupt ein Ziel? Für mich ist es soetwas wie ein Leuchtfeuer das in der Ferne blinkt; eine grobe Orientierungsmarke, etwas, das mir eine grobe Richtung vorgibt in die ich mich bewegen kann, und letztendlich ein Vehikel um mich selbst zu verbessern. Ich persönlich halte ein Ziel zu haben für immens wichtig, was ich nicht genug betonen kann. Das heißt nicht, dass ein Ziel unbedingt immer erreicht werden muss. In der Tat machen die meisten Ziele für sich allein genommen kaum Sinn, sondern nur wenn man etwas daraus gelernt oder sonstig einen Mehrwert damit erzielt. Dennoch ist es wichtig, ein Ziel zu haben – auch wenn es das perfekte Ziel selten gibt – so dient es doch dazu ein Vakuum fehlender Orientierung zu vermeiden, mit dem die meisten Menschen ohnehin nicht besonders gut umgehen können. Was im Zweifelsfall zählt ist die alleinige Existenz eines Ziels, und, dass sobald dieses Ziel nicht mehr existiert oder das Erreichen dessen unrealistisch wird, ein umgehend ein Neues definiert wird.

Um das Ganze besser zu verstehen, lassen Sie uns einen Blick auf Sir Ernest Shackleton, von seiner Mannschaft fast schon liebevoll “The Boss” genannt, werfen, den vielleicht größten „Versager“ in der Geschichte der Polarforschung, denn er erreichte kein einziges seiner ehrgeizigen Ziele zu denen er aufbrach. Seinen Ruhm erlangte er vor allem durch seinen für die damalige Zeit unkonventionellen Führungsstil und das anwenden von Strategien die dafür sorgten dass unter seiner direkten Führung keine Verluste an Menschenleben entstanden – damals bei Weitem nicht der Normalzustand.

Auf seiner ersten eigenen, der Nimrod-Expedition, gelang es ihm, bis auf 97 Meilen (also ca. 160km) an den Südpol herankommen. Dann musste er umdrehen, weil die Nahrung ausging. Und ohne Nahrung im zweistelligen Minustemperaturen mit Hunderten von Meilen bis zum die nächste Lebensmittel-Depot hätte so ziemlich den sicheren Tod bedeutet. Dennoch denken viele Experten, dass er es hätte schaffen können, wäre er besser ausgestattet gewesen (er hatte keine Unterstützung durch die Regierung wie sein Rivale Scott, daher musste er seine Expeditionen vor allem mit Unterstützung durch private Investoren finanzieren). Aber sein Ziel zu erreichen, dadurch reich und berühmt zu werden und den Weg als erster Mensch der den Südpol erreichte in die Geschichtsbücher zu finden, hätte bedeutet seines und das Leben das Leben seiner Männer aufs Spiel zu setzen – etwas, das er unter allen Umständen vermeiden wollte.

Mit diesem Wissen, welcher Größe bedarf es mit dem Ziel buchstäblich zum Greifen nahe und nach bereits 1.400 zurückgelegten Meilen (ca. 2250km) umzudrehen und der Versuchung zu widerstehen? Es wäre ein Leichtes gewesen, noch ein paar Tage weiterzugehen – und alles berühmt zu werden – aber zu welchem Preis? Wenn die Nahrung ausgeht in Temperaturen, bei denen die meisten Menschen freiwillig nicht einmal eine einzige Minute im Freien verbringen würden – trotz der Tatsache, dass die durchschnittliche Winterkleidung heute der Spezialkleidung von damals weit überlegen ist. Und bei großer Kälte längere Zeit ohne Nahrung zu sein ist nicht nur etwas unangenehm, nein, unter Bedingungen wie diesen ist es ziemlich einfach:

Kein Essen = keine Energie = keine Wärme = Tod.

Auf seiner nächsten Expedition, der “Imperial Antartic Expedition”, im Rahmen derer er versuchte die Antarktis zu durchqueren nachdem der Pol, nachdem der Norweger Amundsen ihn als vor Scott erreicht erster hatte (der auf dem Rückweg nur ein paar Meilen vom rettenden One-Ton Depot entfernt starb) ja nun “weg“ war, scheiterte er sogar noch größer..

Durch die ungewöhnlich niedrigen Temperaturen zu dieser Zeit des Jahres überrascht, wurde die Endurance, ihr Schiff, nur eine Tagesreise von ihrem Ziel der Vahsel Bucht, und damit festen Boden unter den Füßen, eingeschlossen und im Packeis der Weddel See gefangen. Hilflos mussten sie dies mit ansehen und die Tatsache akzeptieren. Von nun an drifteten sie monatelang mit dem Eis in nordwestliche Richtung, bis schwere Eispressungen das Schiff so stark beschädigten, dass sie es aufgeben mussten und die Endurance schließlich sank. Von nun an waren sie Schiffbrüchige auf einer riesigen, aber letztlich instabilen Eisscholle mit nichts als den mehreren tausend Meter tiefen Wassern des Südlichen Ozeans unter ihnen. Aber, was noch schlimmer war, sie mussten den größten Teil ihrer Ausrüstung zurück lassen, da ihre beschränkten Kapazitäten es ihnen nicht erlaubten mehr mitzunehmen. Und das war immer noch der bessere Teil ihres Elends – denn es sollte noch schlimmer kommen …

Es kam der Tag der kommen musste, an dem sie auch die relative Sicherheit ihrer Eisscholle aufgeben mussten. Nun mussten sie es mit dem Südlichen Ozean aufnehmen um Land zu erreichen und sich letztlich retten zu können. Mehrere Versuche eine der umliegenden Inseln zu erreichen scheiterten, bis sie es endlich in die relative Sicherheit von Elephant Island, ein unbewohntes Stück Fels und Eis, geschafft hatten. Von dort unternahm Shackleton mit fünf seiner Männer in einem verzweifelten Versuch Hilfe zu holen um sich und seine Männer zu retten seine legendäre Fahrt mit der James Caird, dem größten ihrer drei Boote, nach Südgeorgien, 800 Seemeilen entfernt und der einzige für sie realistisch erreichbare Ort in der südlichen Hemisphäre. Shackleton wusste, würden sie es nicht schaffen wären auch die zurückgelassenen Männer auf Elephant Island verloren, denn weder würde jemand nach ihnen suchen, noch wusste jemand wo sie waren. Zudem waren einige von ihnen körperlich und psychisch angeschlagen und würden einen weiteren Polarwinter mit 4 Monaten Dunkelheit und einen eventuellen Selbstrettungsversuch im kommenden Frühjahr an einen Ort wo sie mit Kontakt zu Walfängern rechnen konnten kaum überleben.

Dass sie es schafften und die kleine Inselgruppe im weiten Südatlantik nicht verpassten ist hauptsächlich den ausgezeichneten Navigationsfähigkeiten von Frank A. Worsley, Kapitän der Endurance, und der Kraft und Ausdauer von Tom Crean, einem Veteranen der Antarktis Erforschung zu verdanken. Aber nach dem sie die Inseln erreichten und auf der Südseite anlanden wollten verloren sie bei dem Versuch ihr Ruder. Das und der schlechte Zustand zwei der Crewmitglieder verhinderte in Folge, dass sie per Boot um die Insel herum fahren konnten um eine der Walfangstationen auf der Nordseite zu erreichen. Als ob ihr Martyrium nicht schon groß genug gewesen wäre, mussten sie nun auch noch die vergletscherte und unerforschte Insel zu Fuß und nur mit einem Seil, einem Kocher und einer Adze (ein Zimmermannswerkzeug) und kaum Proviant ausgerüstet überqueren. Da es ein Rennen gegen sie Uhr war und sie oft keine andere Wahl hatten, mussten Sie mehrfach Risiken eingehen die sie unter normalen Umständen nicht eingegangen wären. Nach 36 Stunden erreichten sie schließlich die Walfangstation Stromness.

Die Rettung der gestrandeten der gestrandeten Männer von Elephant Island dauerte jedoch noch ein paar Monate, und trotz, dass einige von ihnen in ziemlich schlechter Verfassung waren kam niemand ums Leben.

Obwohl Shackleton keines seiner Ziele erreicht hatte, wird er als einer der größten wenn nicht sogar als der größte Polarforscher aller Zeiten angesehen und viele namhafte Persönlichkeiten, unter Ihnen Scotts Rivale Roald Amundsen, zollten ihm größten Respekt. Zudem transzendiert sein ungewöhnlicher, inspirierender Führungsstil bis in unsere heutige Geschäftswelt.

Was habe ich aus meiner Marathon Erfahrung gelernt?

  1. Ein Ziel zu haben sorgte dafür, dass ich meine Motivation aufrecht erhalten konnte raus zu gehen und zu trainieren egal ob es kalt war, regnete oder schneite. Es war sogar so, dass ich den „Kampf“ um so mehr genoss je schlechter das Wetter war.
  2. Das Training hat mir geholfen fit zu bleiben
  3. Es sorgte dafür, dass ich von einer Winterdepression verschont blieb
  4. Ich verlor deutlich an Körpermasse indem ich mit kohlenhydratarmer Ernährung experimentierte und feststellte, dass, nachdem mein Stoffwechsel sich auf Ketose umgestellt hatte (primäre Energiegewinnung durch Umwandlung von Fett/Körperfett anstatt Kohlenhydrate/Glykogen), es einfach war das Gewicht zu halten bzw. weiter abzunehmen und trotzdem hart zu trainieren
  5. Ich bekam die Gewissheit, dass ich ein Langstreckenläufer sein konnte trotz meiner ungünstigen körperlichen Voraussetzungen. Ich werde zwar wohl nie ein bedeutendes Ausdauerrennen gewinnen, aber mich mit anderen zu messen hat mich ohnehin nie übermäßig interessiert. Viel interessanter fand ich schon immer die persönliche Herausforderung. Mir ein Ziel zu setzen und die Frage, ob ICH den Gipfel meines “inneren Mount Everest” erreichen konnte – für die meisten von uns wahrscheinlich die größere Herausforderung.
  6. Ich fand heraus, dass ich mehr Zeit haben wollte um mich besser vorzubereiten, um noch mehr mit meiner Rennstrategie, Ernährung usw. experimentieren zu können, schließlich laufe ich ja auch erst seit gut einem Jahr.

 

Marathontraining – Update

Noch knapp 6 Wochen bis zum Marathon an Neujahr – Halbzeit und Zeit um eine Zwischenbilanz zu ziehen!

Mitte September, zwei Wochen bevor ich mich zum Marathon angemeldet habe, brachte ich noch stolze 114 Kg auf die Waage. Eindeutig zuviel. Nicht wegen BMI oder anderem pseudowissenschaftlichen Kram – nein, es ist schlicht und ergreifend eine Frage des Wohlbefindens und natürlich davon diese schiere Masse über 42,2 km zu bewegen!

Daran änderte bisher auch regelmäßiger Sport nichts – 3x die Woche 10km laufen, kein Problem, aber damit abnehmen? Schwierig. Wie auch immer, das Gewicht musste runter, fragte sich nur: Wie? Sich einer Herausforderung zu stellen, in diesem Fall einen Marathon zu laufen, und allen davon zu erzählen ist jedenfalls schon mal eine gute Strategie!

Trotzdem: Laufen allein bringt nicht genug, denn mehr als 3 Laufeinheiten pro Woche waren so dauerhaft erstmal nicht drin. Weitere Einheiten auf dem Rad auch nicht – jedenfalls nicht am Anfang – Übertraining und Zwangspausen wären vorprogrammiert gewesen. Also wie dann abnehmen?

FdH und ständig hungrig sein?
Ist das auf Dauer durchzuhalten, und selbst wenn: wie ist es mit der sportlichen Leistung? Bescheiden – man kommt wirklich ständig auf dem Zahnfleisch daher – hat dafür aber das Schlechteste aus beiden Welten: Hunger und schlechte Performance.

Erstmal 3-4 Wochen Fasten?
Hatte ich schon mehrfach ausprobiert aber eher um der Erfahrung willen, also wegen der spirtuellen Komponente, wenn man so will. Fasten ist eine Möglichkeit schnell Gewicht zu verlieren, aber: man verliert auch einen großen Teil der Fitness, denn der Körper hat zu wenig Energie-Reserven für ein anstrengendes Training. Zusätzlich verliert man auch noch Muskelmasse, da man nicht hart trainieren kann.

Die Lösung: Low Carb!
Man verzichtet auf alle vorwiegend stärke- und kohlenhydrathaltigen Lebensmittel, wie Brot, Kuchen, Nudeln, Kartoffeln, Zucker etc. und ernährt sich hauptsächlich eiweiß-, fett- und faserreich. Hintergrund: der endomorphe Körpertyp* wird schnell fett, und das hat mit der Insulinausschüttung bei/nach Kohlenhydratverzehr zu tun, nicht damit dass man sich fettreich ernährt – entgegen landäufiger Meinung.

Und das funktioniert so: nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit ist der Blutzuckerspiegel hoch, der Körper verwendet die verzehrten Kohlenhydrate als primäre Energiequelle und lagert überschüssige Energie ein. Das Problem daran ist, dass der Körper einen hohen Blutzuckerspiegel braucht um Leistung bringen zu können, d.h. Energie aus Fett zu generieren ist aufwändiger und wird daher nicht primär verstoffwechselt wenn Glycogen (=Blutzucker) in ausreichender Form zur Verfügung steht und wandert direkt in die körpereigenen Fettdepots. Fällt der Blutzuckerspiegel ab, bekommt man (Heiß-) Hunger, verzehrt bevorzugt Kohlenhydrathaltiges und das Spiel beginnt von vorne. Kurz gesagt, ernährt sich der Endomorph kohlenhydratreich wird er auf lange Sicht hin unweigerlich fett!

Bei Low Carb Ernährung hingegen wird der Körper darauf trainiert seine Fettreserven anzugreifen. Das funktioniert aber nur in dem man ihm kohlenhydratreiche Lebensmittel vorenthält und ihn so zwingt seine Fettdepots anzugreifen. Der Umstellungsprozess kann mehrere Wochen dauern und man sollte nur reduziert und entspannt trainieren – und vor allem nicht zu viel erwarten – denn eigentlich geht in dieser Phase gar nix – das muss man wissen – und damit entsprechend umgehen! Aber dann. Wenn der Körper sich erst einmal umgestellt hat, geht alles: Man läuft schneller wird stärker und verliert kontinuierlich an Körpermasse. Aber das Tollste ist: kein Hunger!

Ja, aber, Kohlenhydrate sind doch wichtig!
Und eiweiß- und fettreiche Ernährung sind doch voll ungesund? Und vor allem: weiß doch jeder dass Ausdauersportler Kohlenhydrate brauchen, Carbo-Loading, Nudelparties und so!

Zunächst einmal berichte ich nur über meine Erfahrungen und da ich von meinen körperlichen Voraussetzungen kein klassischer Ausdauersportler bin, haben bestimmte “allgemein bekannte” Prinzipien für mich nicht, oder nicht so gut funktioniert. Außerdem rufe ich auch nicht zur Nachahmung ohne vorher einen Fach-Mediziner zu konsultiert zu haben auf.

Fakt ist: von Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten sind Kohlenhydrate die einzige Lebensmittelgruppe auf die der Körper verzichten kann ohne dauerhaft Schaden zu nehmen.

Ein paar Daten:

  15. September 15. November
Gewicht: 114 kg 101 kg
Zeit auf 10,6 Km
(Referenzrunde, 3,5 km hoch, ca. 200Hm):
1:15 h 1:03 h
Zeit auf 10 Km (flach, statistisch): 1:05 h 0:54 h
Längste gelaufene Strecke: ca. 25 km ca. 34 km


Mythen

MYTHOS 1:
Wenn man nur genug Sport macht dann kann man auch alles essen.

Ja, wenn man 5-6 die Woche 100km und mehr Rad fährt, bevorzugt im Hochgebirge.
Ansonsten: Falsch!

MYTHOS 2:
Kohlenhydrate sind die Basis der ausgewogenen Ernährung, insbesondere für Ausdauersportler.

Funktioniert vielleicht bis zu einem gewissen Grad für Mesomorphe* oder Ektomorphe*. FürEndomorphe* funktioniert das Ganze nicht. Zudem kursiert eine, wenn auch nicht sehr verbreitete Alternativ-Theorie: train low, compete high – was nichts anderes bedeutet, als seinen Fettstoffwechsel zu trainieren und ihn dann während des Laufes durch gezielte Kohlenhydratzufuhr zu unterstützen.

MYTHOS 3:
Eine eiweiß- und fettreiche Ernährung ist Gift für den Körper.

Da will ich mich mal nicht so weit aus dem Fenster lehnen – ich kann nur sagen, dass ich mich damit gut und leistungsfähig fühle.

Anderseits, wenn ich mich sehr kohlenhydratreich ernähre, fühle ich mich öfter übersäuert, habe Blähungen und die Gelenke fühlen sich am nächsten Morgen eigenartig an – ist evtl. eine Gluten-Unverträglichkeit, aber damit fielen konventionelle Backwaren auf Weizen- und Roggenmehlbasis ohnehin weg.

Und:
Der Mensch sich die längste Zeit seiner Existenz hier auf der Erde kohlenhydratarm ernährt bevor er die Landwirtschaft (und damit auch die Vorratshaltung) erfand, zum anderen gibt es/gab es Völker die sich traditionell bzw. aufgrund ihrer Lebensumstände fett- und eiweißreich ernährten, wie z.B. die Innuit.


Ich werde das weiter beobachten und berichten.


* Mehr info zu Körperbautypen

Die 30er Marke fast geknackt

Wie jeden Sonntag seit ein paar Wochen bin ich auch vergangenen Sonntag wieder einen “langen” Lauf gelaufen. Laut GPSies waren es “nur” 29,4km aber immerhin: so weit bin ich noch nie in meinem Leben gelaufen! Fehlen nur noch knappe 13 bis zur Marathondistanz… Naja, bis 01.01.2013 sind’s noch gute 9 Wochen. Genug Zeit um noch etwas zu trainieren und 10Kg abzunehmen (und damit 10Kg weniger über die 42km zu schleppen…) – wir werden sehen!

Marathontraining: erster langer Lauf

Gestern bin ich meinen ersten langen Lauf im Zuge meines Trainings für den Neujahrsmarathon in Zürich gelaufen. 25km, mit einer Halbmarathonzeit von 2:32 Std. Obwohl das natürlich überhaupt nichts besonderes ist bin ich trotzdem sehr zufrieden, da ich die letzten sechs Monate keine längere Strecke als 10km gelaufen bin und zur Zeit noch 105Kg bei 1,90m wiege.

die ersten 15km liefen ganz gut dann fing der Kampf an, bin aber die Halbmarathondistanz mit 3 kleinen Trinkpausen komplett durchgelaufen. Bei Kilometer 25 hab ich dann aufgegeben, fühlte mich auch etwas unwohl, wahrscheinlich Dehydration. Ich muss auf jeden Fall noch etwas mit dem Trinken experimentieren – das nächste Mal mehr Wasser und weniger Elektrolyte trinken – denn als ich daheim war und ausreichend getrunken hatte ging’s mir wieder gut. Alles in allem war die Belastung nicht zu schlimm, gespürt hab ich’s natürlich schon, war aber nicht total fertig. Unterm Strich ein gutes Zeichen, obwohl ich etwas Probleme mit dem unteren Rücken hatte – meine persönlichen “Achilles’ Ferse”.

Na, mal schaun wie’s beim nächsten Mal läuft.

Andreas Running

Lauf durch den Rosensteinpark, Stuttgart