Low-Carb Ultra Running

Pastaparties und Carboloading – Sport, insbesondere Ausdauersport, funktioniert nur mit erhöhter Zufuhr von Kohlenhydraten. So jedenfalls die vorherrschende Meinung.

Dabei sprechen viele Fakten für eine Ernährungsform die ihre Energie größtenteils aus Fett statt aus Kohlenhydraten bezieht. Angefangen von der besseren Energiebilanz von Fett im Vergleich zu Kohlenhydraten von 9kcal/g zu 4 kcal/g, Verdauungsproblemen, der Notwendigkeit regelmäßig Energie “nachlegen” zu müssen bis hin zu der Tatsache, dass pro Gramm Kohlenhydrate 3g Wasser eingelagert werden!

Dieser Effekt kann leicht nachvollzogen werden indem man sich über zwei Tage kohlenhydratarm ernährt, sich wiegt, und freut dass man in 2 Tagen 1,5 – 2 Kg abgenommen hat. Wenn man sich dann jedoch wieder “normal” ernährt hat man das verlorene Gewicht genauso schnell wieder drauf. Was ist passiert? Durch den Kohlenhydratentzug hat der Körper seine Glykogen-Depots in Muskeln und Leber geleert, was ca. 500g an Masse ausmacht. Und da 1 Gramm Kohlenhydrate 3 Gramm Wasser binden, scheidet der Körper die überschüssige Flüssigkeit auch aus, was leicht an den häufigeren Gängen zur Toilette festgestellt werden kann.

Jetzt könnte man sich ja über die vermehrte Speicherung von Flüssigkeit freuen, denn der Wasserhaushalt ist ja vor allem bei Ausdauersportarten auch immer ein Problem. Allerdings besteht kein Anlass zur Freude. Man fühlt sich aufgedunsen durch das extra Wasser im Körper und die Performance ist nicht so ist bei Weitem nicht so gut. Zudem werden die gebunkerten Kohlenhydrate in den ersten 1,5 – max. 2 Stunden aufgebraucht und in dieser Zeit auch das damit assoziierte Wasser ausgeschwitzt, also zu einem Zeitpunkt wo das eigentliche Rennen gerade erst anfängt!

Dass es aber auch anders geht zeigen Athleten wie Timothy Olson regelmäßig. 2012 gewann der Low-Carb Läufer den Western State 100, einen Ultra über ca. 165 km mit über 15 minuten vorsprung vor dem Zweitplatzierten.

Mehr:
Western State 100 und Low-Carb Ultrarunning
Homepage Timothy Olson

Jez Bragg – Te Araroa Ultrarunning Expedition

Vor etwas mehr als einem Monat brach der britische Ultrarunner Jez Bragg auf um die Neuseeland der Länge nach, von Norden nach Süden in der Rekordzeit von 50 Tagen abzulaufen. Um das zu schaffen muss er 3054 km auf dem Te Araroa Trail, einem landschaftlich sehr attraktiven Wanderweg zurücklegen. Der Te Araroa Trail beginnt in Cape Regina und endet in dem kleinen Ort Bluff. Aber egal ob er es schafft: sind diese tollen Bilder nicht Motivation genug auch mit Laufen anzufangen?